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2. Etappe: Planänderung und auf nach Italien

Ich war wohl im Vorfeld nicht weitblickend (oder vielleicht auch nicht entschlossen genug – wahrscheinlich ist es das) und habe einige Verabredungen getroffen, die den ganzen schönen Plan ins Wanken gebracht haben.


Nach Verdun wollte ich ursprünglich über Reims und dann nach Süden an die Loire fahren, weiter ins Bordeaux, nach Südfrankreich und dann erst nach Italien. Anstatt diesem Plan zu folgen, fahre ich der Marne entlang direkt nach Süden. Über Chambery ging es dann auf auf den Spuren Hannibals über die Alpen.



Die Reise nach Polen war ursprünglich auch nicht geplant, hat mir aber große Freude bereitet. Verdun hingegen hatte ich auf meiner Liste. Nur wollte ich anschließend weiter an die Loire fahren. Dass es aber gleich stramm nach Süden ging, war einer Verabredung im Piemont für den 9. – 11. September geschuldet. Etwas unerwartet hatte mich eine Einladung erreicht, die mir Einblicke in die Arbeit in den Weinbergen und Begegnungen mit interessanten Persönlichkeiten aus der Schweizer Wirtschaft eröffnen sollte. Somit ging es darum, zügig ins Piemont zu kommen. Die Landschaften und Städtchen am Wegesrand waren da fast nebensächlich. Dann vielleicht doch nicht ganz...





Nancy war mir schon einen ganz kurzen Abstecher wert. Leider aber wirklich nur kurz. Da sollte ich noch mal hinfahren. Das was ich in der kurzen Zeit gesehen habe, hat Lust auf mehr gemacht.


Die Weiterfahrt über die kleinen Landsträßchen nach Süden hat Spaß gemacht, auch wenn mir spontan eher zwei Downlights in den Sinn kommen.


1. Tankstellen gibt es im Nordosten von Frankreich eher selten – also

lieber mal schon nachtanken, wenn der Tank auch noch fast halbvoll ist.


2. Die französische Esskultur ist dem Niedergang geweiht. Pizza aus

Automaten findet sich leichter als eine Tankstelle ☹…



Auf dem Weg nach Süden habe ich noch ein Kleinod gefunden, das für Romantiker einen Stopp wert ist. https://www.hotelsourcebleue.com/fr/





Gefühlt in "the middle of nowhere" können ganz Verträumte auch in einem ehemaligen Zirkuswagen übernachten. Es gibt aber auch ganz gewöhnliche Zimmer mit noch so viel Charme - inmitten der Natur und sehr ruhig - weitab von Straßen- oder Fluglärm. Die hoteleigene Küche wird dem Ruf Frankreichs mehr als gerecht und lässt die Pizzaautomaten am Straßenrand als Verirrung schnell in Vergessenheit geraten.


Unterwegs durchs östliche Frankreich in Richtung Chambery....

Die einen würden es als Tristesse - die anderen wohl als Charme beschreiben.


Anhalten für ein architektonisches Juwel - das Viadukt von Chaumont



Kurz vor Chambery noch ein Naturschauspiel...



Sehr gefreut habe ich mich auf die Übernachtung im Château de Candie


Aus der Vorfreude wurde eine große Enttäuschung


Meine Bewertung auf Booking ist deshalb auch ausgesprochen schlecht ausgefallen (was mir sonst gar nicht entspricht). Aber lest selbst:


Das Frühstück war ansprechend gut. Eine gute Auswahl und Qualität. Grundsätzlich handelt es sich um eine schöne Anlage, die ihr Potenzial aufgrund schlechter Führung nicht ausschöpft. Angeboten wurde ein "LUXE" Zimmer. Die Leser können sich selbst ein Bild machen, ob sie das angebotene Zimmer unter Luxus einordnen würden. Essen im Restaurant war nicht möglich (fully booked - limited space). Auf die Frage, ob ich nicht auf der Terrasse essen könnte, wurde erwidert, dass das nicht möglich sei. Als ich vom Essen außer Haus zurück kam, war das Restaurant tatsächlich überfüllt - allerdings haben mehrere Gäste dennoch auf der Terrasse vor dem Frühstücksraum gegessen. Ein Drink an der Bar zu nehmen, erforderte viel Geduld, lieferte aber interessante Einblicke in die Abläufe und den Grad der Befähigung bei den Servicemitarbeitern. Eine junge Kollegin suchte minutenlang nach einem Korkenzieher, um eine Weissweinflasche mit Schraubverschluss zu öffnen...


Die Fahrt über den Alpenpass Mont Cenis bei schönem Wetter auf herrlichen Passstraßen lies meine Enttäuschung schnell in Vergessenheit geraten.

Carpe diem war angesagt :-)



Bergauf war das Vergnügen ungetrübt. Die Abfahrt fand mein Alfa irgendwie nicht so toll. Genauer gesagt - die Bremsen fanden es wohl anstrengend. Nicht, dass sie die Funktion eingestellt hätten - nein das nicht. Allerdings wurde jede Bremsung vor der Kurve mit unschönem Quietschen untermalt. Und dieses Quietschen - ihr kennt das mehr von LKWs - hat mich den Rest der Reise mal mehr - mal weniger - begleitet. Der Schrauber meines Vertrauens - den ich zwischendurch mal um Rat gefragt habe - meinte nur, dass dies ein wohl bekanntes Problem sei, ganze Abteilungen bei Bremsenherstellern an der finalen Lösung gescheitert seien und er sich das gerne mal bei meinem nächsten Werkstattbesuch anschauen werde.




Da ich mich von der vielen Fahrerei etwas müde fühlte und ausgeruht zum Treffen am Wochenende erscheinen möchte, buche ich mich zwei Nächte im Relais Sant'Uffizio Wellness & Spa ein. Ein Palazzo abgelegen in den Hügeln rund um Cioccaro.





Eine echte Empfehlung ist es nicht. Dafür war die Hotelleistung unterm Strich für den Preis nicht gut genug. Schön war es dennoch :-)!


Entspannt pilotiere ich den Alfa am Freitagmorgen zum verabredeten Treffpunkt mit Franz Albisser.



Auf die Minute pünktlich erreiche ich den Marktplatz von Nizza Monferrato zum Begrüßungs - Espresso im Caffè del Mercato. Zum meiner Überraschung ist auch ein professionell ausgestatteter Kameramann am Start. Unser Gastgeber Franz Albisser wirbelt durch die Straßen, um allen Ankömmlingen im allgemeinen Marktgewusel einen Parkplatz zu suchen und den Weg ins Cafe zu weisen. Von dort geht es dann weiter zum Weingut von Franz....



Franz Albisser ist Inhaber der Firma Salesgenerator AG. Einen Unternehmen, das sich auf die Aus- und Weiterbildung von Vertriebsmitarbeitern spezialisiert hat. Und ich kann aus eigener Anschauung und eigenem Erleben behaupten, Franz ist einer der besten Verkaufstrainer, die mir je begegnet sind.


Und Franz ist ein großzügiger Mensch. Nicht nur, dass er Geschäftspartner jedes Jahr auf sein Weingut einlädt - er engagiert sich seit vielen Jahren mit eigenen Entwicklungshilfeprojekten für Menschen, die weniger gute Startbedingungen vorgefunden haben als wir in Europa.


3 Tage lang wird viel gesprochen, gelacht, gegessen und getrunken und manchmal auch ein wenig gearbeitet. So durfte ich meine ersten Erfahrungen mit der Arbeit im Weinberg sammeln. Traubenlese - das ist echte Knochenarbeit. Das Fahren mit dem Raupenschlepper von Lamborghini hingegen war schon wieder sehr spaßig.




Am Ende habe ich Franz gefragt, ob wir nicht eine eigenen Wein nur aus handver-lesenen, von den Stielen befreiten Trauben keltern wollen. Ich würde auch jedes Jahr zur Lese vorbeikommen. So 100 - 200 Flaschen für den Eigenverbrauch und gute Freunde. Er war nicht abgeneigt, hat mich aber auf 2024 vertröstet. Ich bleibe dran ;-)!


Alfa-Fahren fand er hingegen spontan schön ;-)

Vielen Dank Franz für diese wunderbare Erfahrung!


Für die meisten ging es am Sonntag zurück in die Schweiz. Für mich weiter in Richtung Cogoleto an der Küste Liguriens.

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