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Rückblick und Prolog

Meine berufliche Auszeit neigt sich dem Ende entgegen. Das möchte ich zum Anlass nehmen und noch einmal auf meine Reisen, die vielen Eindrücke und Begegnungen zurückzublicken. Und erstmals gewähre ich für alle Interessierten einen nahezu vollständigen Einblick in meine Aktivitäten der vergangen 8 Monate.

Vielleicht werde ihr euch beim Stöbern etwas wundern, dass so wenige andere Menschen auf den Bildern zu sehen sind. Das liegt nicht daran, dass ich so wenigen Menschen begegnet bin, sondern daran, dass ich deren Privatsphäre respektiere und nur Bilder von Begegnungen veröffentliche, die damit einverstanden sind.


Nun lasst uns losfahren…

Und da verbirgt sich auch bereits die erste Veränderung – und es wird nicht die letzte sein – zu meinem ursprünglichen Plänen. Am Anfang meiner Reisen hatte ich nämlich eine Alpenüberquerung zu Fuß geplant – für Anfang / Mitte August.


Der Prolog - eine Reise über Dresden nach Breslau, Krakau, Brünn, Waldkraiburg, Feldkirchen, Warth am Arlberg, Zürich, Konstanz und Sempach

Es kamen dazwischen:


Eine Einladung zur Kaiser Mania nach Dresden von einem ehemaligen Mitarbeiter und zwischenzeitlich langjährigem Freund. Fast kann man hier von einer kleinen Tradition sprechen. Es war das vierte Mal, dass ich mit ihm und seinen Freunden am Elbufer abgefeiert habe. Wahrscheinlich werden jetzt einige Leser die Stirn runzeln und sich fragen, wie man denn auf ein Konzert von Roland Kaiser gehen kann?

Denen kann ich erwidern: Diese Konzerte in Dresden sind nicht einfach nur Konzerte – sie sind Volksfeste der guten Laune und ausgelassenen Stimmung voller Fröhlichkeit vor einer einzigartigen Kulisse. Und ganz neben bei gestehe ich, dass ich viele Lieder von Roland Kaiser gerne höre, so wie ich auch gerne Pavarotti, Grönemeyer, Tina Turner, Elton John, U2, Robbie Williams, Bruce Springsteen und AC/DC gerne höre. Je nach Stimmung und Gelegenheit.

Und es war nach der Corona - Pause ein besonders fröhlicher Abend in Dresden!



Von da aus ging es für mich weiter zur zweiten Einladung nach Krakau. Ein ehemaliger Kollege hat sich dort mit seiner Frau ein wunderschönes Haus gebaut. Und von Dresden ist es auch nicht mehr ganz so weit.


Unterwegs durch die Sächsische Schweiz komme ich an einem sehr besonderen Ort vorbei, der meine Aufmerksamkeit erregt.




Bereits aus großer Entfernung heben sich die Stadtmauern deutlich von flachen Land drumherum ab. Leider war ich etwas spät dran und habe mir es nicht näher angesehen...


Breslau / Wroclaw



Breslau ist eine sehr schöne Stadt und ich bin tief beeindruckt, wie schön viele der historischen Gebäude nach dem Krieg wieder aufgebaut und restauriert wurden. Natürlich hat auch die Zeit des Sozialismus im Stadtbild ihre Spuren hinterlassen. Lustig sind die vielen kleinen Figuren aus Bronze – häufig Zwerge – die zuerst von Künstlern in den 80iger Jahren als Ausdruck des Protest gegen die kommunis-tische Regierung in der Stadt verbreitet wurden. Heute ein Wahrzeichen von Wroclaw.


Sehr lustig fand ich die Katze vor dem Buchladen. Denn im Schaufenster hatte es sich die lebende Katzer des Buchhändler bequem gemacht.





Die Spuren der über 1000 jährigen Geschichte der Stadt finden sich an jeder Ecke und die verschiedenen Architekturen der jeweiligen Epoche ebenso. Prägend ist auch die Oder mit ihren vielen Seitenarmen, die Breslau durchströmt und die Stadt unterteilt.

Überall in der Stadt ist etwas los. Über 100.000 Studenten vitalisieren und prägen neben den Touristen das Leben. Selbst an Wochentagen sind die vielen Kneipen in den Ausgehvierteln gut gefüllt und voller Lebensfreude, die ich in deutschen Städten in den letzten Jahren nur selten angetroffen habe.


Der Künstlermarkt im Park Stowacki

Während meines Stadtbummels bin ich in der Nähe vom Park Stowacki auf einen Markt von Künstlern gestoßen, die dort ihre Bilder den Touristen zum Kauf feilbieten. An einem Bild – ein auf einer Sandbank liegendem Kutter – bin ich hängen geblieben und habe es von der Künstlerin Natalia Kudryavtseva erworben.

Sie ist eine vielfältige Künstlerin und wer mehr von ihr sehen möchte, der schaut einfach mal bei ihr auf Instagram vorbei - https://www.instagram.com/nataliakudrywatercolor/?hl=de


Meine Bedingung war, dass sie mir es gerollt per Post an eine deutsche Adresse schickt.

Die Verhandlungen waren nicht ganz einfach – sie sprach keine Deutsch und Englisch – ich kein Polnisch. Als ich einige Künstler an den Nachbarständen gefragt habe, ob sie helfen könnten, musste ich feststellen, dass auf dem Markt durchaus auch Missgunst zuhause ist. Aber wir haben eine freundliche Kollegin gefunden und das Bild ist auch ganz wie vereinbart bei mir zuhause

angekommen.


Das Panorama von Raclawice


Eine Sehenswürdigkeit, die Touristen eher selten angepriesen wird, ist das das Panorama von Raclawice. Ein imposanter Rundbau, der eines der größten Bilder der Welt beherbergt. https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=189147


Ein riesiges Gemälde der Schlacht von Raclawice im Jahr 1794 als die Polnische der Russischen Armee eine Niederlage beibrachte. Militärhistorisch ein eher unbe-deutender Waffengang. Im Bewusstsein der Polen, das von vielen Demütigungen durch die großen Nachbarn, Deutschland, Österreich-Ungarn und Russland vernarbt ist, jedoch eine wichtiges Ereignis der Selbstbehauptung. Ursprünglich wurde das Gemälde in Lemberg ausgestellt, was nach der „Verschiebung“ Polens nach Westen von der UdSSR einverleibt wurde, ging dem Neubau in Breslau ein langer politischer Streit voraus. Schließlich war es etwas heikel, einen Gedenkort für einen Sieg Polens über Russland unter den kritischen Augen der russischen Besatzung neu zu errichten. Von der Planung 1968 bis zur Eröffnung 1985 vergingen fast 20 Jahre. Ausdruck der inneren Widerstände und Diskussionen. Nach Eröffnung wurde das Panorama zu einem der Besuchermagnete – insbeson-dere für polnische Touristen. Über den künstlerischen Wert des Gemäldes lässt sich trefflich diskutieren. Die handwerkliche Leistung ist jedoch sehr eindrücklich – ich kann den Besuch empfehlen.


Hotel-Tipp: The Granary - La Suite Hotel

https://www.thegranaryhotel.com/de


Das Hotel steht auf historischen Grundmauern - die Gewölbe verleihen eine wunderbare Atmosphäre. Die Garden-Rooms sind sehr großzügig gestaltet . Der Service ist sehr zuvorkommend. Ich kann's empfehlen 😍


Und das Hotel hat mich überrascht! Mit einer Innovation, die ich trotz meiner vielen Hotelaufenthalte vorher noch nie gesehen habe!


Eine Zimmerkarte aus dünnem Holz!


Auf meine Frage, ob ich die Karte als Souvenir kaufen könnte, hat sie mir die freundliche Rezeptionistin als Andenken geschenkt! 😘



Nach 2 Tagen geht es weiter zum Schloss Minkowski – oder sagen wir besser – was davon noch übrig ist. Der Bauherr und erste Bewohner des Schlosses war Friedrich Wilhelm Freiherr von Seydlitz-Kurzbach. Deshalb hieß es ursprünglich auch Seydlitzruh.



Der jüngste General in der Armee Friedrich des Großen während des Siebenjährigen Krieges. Bekannt für seine Verwegenheit, seine Reitkünste und seiner Vorliebe für schöne Frauen. Es kursieren viele Anekdoten über ihn. Die im Nachhinein bedeutendste ist die rund um die um die Schlacht von Zorndorf.


Seydlitz verweigerte mehrmals den Befehl des Königs, mit seinen Kavallerieeinheiten in die Schlacht einzugreifen, obwohl ihm mit der „Gefahr seines Kopfes“ gedroht wurde. Laut Theodor Fontane soll er daraufhin geantwortet haben, „nach der Schlacht stehe dem Könige sein Kopf zu Befehl; während derselben möge er ihm noch erlauben, davon in seinem Dienste Gebrauch zu machen“. Seydlitz griff erst an, als er durch einen Angriff in die Flanke des Feindes die maximale Wirkung erzielen konnte. Dies trug zum siegreichen Ausgang der Schlacht maßgeblich bei. Damit gilt Seydlitz als einer der Väter der (griffig, aber sprachlich nicht ganz korrekt) sogenannten Auftragstaktik. Die selbständige Prüfung, ob die wörtliche Ausführung eines erhaltenen Befehls die dahinter stehende Absicht des Erteilenden trifft, wurde wesentlicher Bestandteil des teils bereits in den Befreiungskriegen implementierten und später durch Helmuth von Moltke d. Ä. vervollkommneten, überaus erfolgreichen Führungskonzepts aller deutschen Armeen (mit Ausnahme der NVA). Führen mit Auftrag ist auch heute in der Bundeswehr und verschiedenen anderen Armeen (insbesondere der israelischen) das Standard-Führungskonzept. (Wikipedia).



Das Schloss befindet sich augenscheinlich in einem beklagenswerten Zustand. Eine Folge der mangelnden Pflege in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg. In den Fokus der Öffentlichkeit gelangte das Anwesen durch Gerüchte, dass ca. 10 Tonnen Gold, die in der Filiale der Reichsbank in Breslau eingelagert waren, beim Vorrücken der Roten Armee auf dem Anwesen vergraben wurden.


Als ich dort ankam, war das Gelände von einem Bauzaun umgeben und abge-sperrt. Meine Enttäuschung war grösser als der Zaun. Während ich inspizierte, ob es nicht doch einen Eingang gibt – auf dem Gelände stand ein PKW – kommt ein Mann auf mich zu und spricht mich in einfachen Deutsch an. "Ob ich aus der Schweiz sei (mein Auto hatte Schweizer Kennzeichen) und ob ich an einer Besichtigung interessiert sei." Etwas verdutzt bejahe ich beide Fragen und er schließt mir das Tor auf. Ich darf mich auf dem Gelände frei bewegen und auch fotografieren. Nebenbei erfahre ich, dass der Goldschatz gefunden worden sei (allerdings gibt es bis heute dafür soweit mir bekannt - keine offizielle Bestätigung). Und weil ich so interessiert zuhöre und ganz freundlich frage, darf ich auch einen kurzen Blick ins Innere werfen, was die Dringlichkeit der Instandsetzung noch mehr unterstreicht als die Fassade. Der freundliche Herr ist fest davon überzeugt, dass die Restauration spätestens in 2023 beginnen werde. Mit Mitteln aus dem Goldfund. Ich werde das beobachten.


Die Familie von Seydlitz-Kurzbach wird mir im Laufe meiner Reisen noch einmal auf unerwartete Art und Weise begegnen. Lasst euch überraschen.


Krakau / Krakôw


Die nächste Station meiner Reise: Krakau (Kraków). Die zweitgrößte Stadt Polens. An der oberen Weichsel gelegen, war Krakau bis 1596 Hauptstadt des Königreichs Polen, ist Sitz der – nach Prag – zweitältesten mitteleuropäischen Universität und entwickelte sich zu einem Industrie-, Wissenschafts- und Kulturzentrum. Zahlreiche Bauwerke der Gotik, der Renaissance, des Barock und späterer Epochen der Kunstgeschichte prägen das Stadtbild. Noch im 21. Jahrhundert wird Krakau als „heimliche Hauptstadt Polens“ bezeichnet und gilt als das „Jahrhunderte alte Zentrum des polnischen Staatswesens“.


Aber Krakau steht auch im Zentrum der Verfolgung der Juden und polnischen Intellektuellen während des 2. Weltkriegs. Auch in Krakau wurde ein Ghetto eingerichtet und Oskar Schindlers Emaille-Fabrik hatte hier ihren Sitz. Steven Spielberg hat diese Episode der Judenverfolgung und die Wandlung des Haupt-akteurs vom Saulus zum Paulus erst der breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht. Schindlers Liste wurde teilweise in Krakau gedreht. Einige Innenaufnahme auch in der Räumen der Fabrik. Die Fabrik ist heute eine Gedenkstätte, in der die Lebens-umstände der Verfolgten während der Besatzungszeit hautnah dargestellt werden.



Von diesem bedrückenden Ort einmal abgesehen ist auch Krakau eine lebens-frohe und pulsierende Stadt. Ich kam mit einigen jungen Leuten ins Gespräch und es blieb der Eindruck bei mir zurück, sie wollen etwas bewegen, sie wollen erfolgreich sein und wünschen sich Wohlstand für sich und ihre noch zu grün-denden Familien. Auch hier habe ich eine Aufbruchstimmung und positive Grund-haltung verspürt, die ich in Deutschland schon seit längerer Zeit mehrheitlich vermisse.



Von dieser Lebensfreude inspiriert, bin ich auf diese etwas verrückten Sneaker gestoßen und konnte nicht daran vorbei gehen,,,,😎


Am Ende meiner Reise nach Krakau stand der Besuch bei meinem Kollegen. Er hat sich wirklich ein sehr modern designtes Traumhaus errichtet. Nicht ganz einfach zu finden, da es die Straße in der er wohnt, im Gebiet um Krakau ungefähr 50x gibt…aber mit ein paar Telefonaten hat es dann doch geklappt und wir haben einen schönen Tag und einen schönen Abend verlebt.



Meine ehemaliger Kollege Helmut mit seinen zwei Liebsten.


Den Wein, den ich ihm zum Dank für seine Gastfreundschaft ein paar Wochen später geschickt habe, kam leider nach einiger Zeit wieder zu mir zurück. Die Post hatte wohl auch Schwierigkeiten mit der Adresse 😉. Vielleicht werde ich ihn noch mal besuchen und dann den Wein gleich einpacken. Es gibt noch so viel zu entdecken in Polen! Und die Zeit.....





Von Krakau ging es dann in Richtung Südwesten nach Brünn (Brno) in Tschechien. Mein Hotel liegt Mitten in der Altstadt auf dem Hügel. Trotz meiner kurzen Verweildauer kann ich viele Eindrücke von den Sehenswürdigkeiten sammeln. Das hat Lust auf mehr und einen weiteren Besuch gemacht.



Von Brünn nach Warth am Arlberg ist es schon eine ganze Ecke - deshalb mache ich einen Halt in Waldkraiburg und besuche einen alten Freund. Wir verbringen einen wunderschönen Sommerabend bei gutem Essen und kühlem Wein im Hardthaus in Kraiburg. Ein schönes Lokal, das ich leider nicht uneingeschränkt empfehlen kann, da die Küchenleistung einigen Schwankungen unterliegt. Wer in der Gegend unterwegs ist und einen kulinarischen Höhepunkt erleben möchte, dem empfehle ich ultimativ den Huber Wirt in Pleiskirchen. Auch 2022 hat sich Alexander Huber wieder einen Stern beim Guide Michelin verdient. Immer eine große Freude, dort Gast zu sein.


Noch leicht müde vom guten und vielen Wein ging es dann am anderen Tag weiter nach Feldkirchen zu einer kleinen Party einer lieben Freundin. Nach noch vielen Gläsern Wein, freue ich mich auf die Weiterreise am andern Morgen nach Warth am Arlberg ins nagelneu eingeweihte Berghotel Biberkopf. Tolles Haus mit noch kleinen Startschwächen….

Wandern in der wunderbaren Bergwelt des Arlberg bei schönstem Sommerwetter…mit charmanter und sportlicher Begleitung.



Zurück ging es dann über Konstanz, Zürich und Sempach.

KMW Swiss Golfturnier - Oldtimerfestival - Repanet - Golfturnier.

Also Stress pur 😇



Und damit endet auch meine erste Reise und es geht zurück nach Hessen. Ein paar Tage Pause und "Pferdewechsel".





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