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JFK - Tatort Dallas - 60 Jahre danach

Eines der dunkelsten Kapitel der jüngeren amerikanischen Geschichte!


Bild aufgenommen von Walt Cisco kurz vor den tödlichen Schüssen


Heute vor 60 Jahren wurde John F. Kennedy ermordet. Die wahren Täter und Hintergründe bleiben der Weltöffentlichkeit bis heute weitestgehend vorenthalten. Die offensichtlich höchst brisanten Informationen werden nur nach und nach veröffentlicht.


Dazu ein Auszug zum Stand der Veröffentlichungen aus Wikipedia: „US-Präsident Donald Trump kündigte im Oktober 2017 an, die bisher noch nicht freigegebenen Akten nach Ablauf der Geheimhaltungsfrist am 26. Oktober 2017 veröffentlichen zu lassen, gab aber nach Bedenken aus Sicherheitsbehörden nur Teile der geheim verbliebenen Dokumente sofort frei und ließ nach und nach weitere Akten freigeben. Ende April 2018 entschied er, dass einige Dokumente aus Sicherheits-gründen unveröffentlicht bleiben. Unter Präsident Joe Biden wurden im Dezember 2021 bislang unter Verschluss gehaltene Protokolle von CIA und FBI für die Öffentlichkeit freigegeben. Laut dem amerikanischen Nationalarchiv sind somit 88 % der Dokumente für die Bürger einsehbar. Im Dezember 2022 erfolgte erneut eine Veröffentlichung von Dokumenten. Weiterhin befinden sich solche jedoch noch unter Verschluss. An einer Veröffentlichung dieser soll ebenfalls gearbeitet werden.“


Der Aufbau von Vertrauen funktioniert nach meiner Einschätzung anders!


Wen wundert es also, dass Verschwörungstheorien weiterhin Hochkonjunktur haben?


Die Initiative des Staatsanwalts Jim Garrison wurde in dem 1992 erschienen Film JFK – Tatort Dallas von Oliver Stone mit Starbesetzung (u.a. Kevin Kostner, Gary Oldman, Tommy Lee Jons und Donald Sutherland) in perfekter Hollywood – Manier verfilmt.


Oliver Stone hat als Drehbuchautor und Regisseur viele Themen der amerikanischen Geschichte und Gegenwart kritisch beleuchtet. Seine bekanntesten Filme neben JFK sind Wall Street, die Antikriegsfilmtrilogie Platoon – Geboren am 4. Juli – Zwischen Himmel und Hölle, Scareface, Natural Born Killers, Nixon….


JFK – Tatort Dallas wird heute um 20:15 Uhr auf Kabel 1 gezeigt.


In dem Film werden viele berechtigten Fragen und Widersprüchlichkeiten aufgeworfen, die bisher weder bestritten noch hinreichend erklärt wurden und deshalb guter Nährboden für die Anhänger der Verschwörungstheorie bleiben.


Auf zwei Aspekte möchte ich hier kurz eingehen, für die ich aus eigener Erfahrung als Jäger und Sportschütze eine eigene Expertise besitze.


Das ist die angeblich verwendete Waffe des Attentäter Lee Harvey Oswald und die Schussverletzungen der Opfer.


Der Schütze soll ein italienisches Gewehr Modell CARCANO 91/38 im Kaliber 6,5x52 mm Carcano mit einem einfachen Zielfernrohr mit 4-facher Vergrößerung verwendet haben.


Die Waffe und das Kaliber haben in Europa einen eher schlechten Ruf, was Verarbeitung, Präzision und Wirkung angeht. Kombiniert mit einem einfachen Zielfernrohr, würde sich kein professioneller Schütze für diese Waffe entscheiden.


Und Oswald war ein professioneller Schütze - ausgebildeter Scharfschütze der US Army – wenn auch nicht mit herausragenden Schussleistungen.


Verschiedene Versuche, mit einem Carcano – Gewehr schnell hintereinander 3 präzise Schüsse in kürzester Zeit (4 – 8 Sekunden) abzugeben, kamen zu dem Ergebnis, dass dies grundsätzlich möglich sei. Allerdings wurden alle Versuche auf unbewegliche Ziele abgegeben, was im Falle des Attentats nicht der Realität entsprach.


Für die Ausführung des Attentats hätte es so viel besser geeignete Waffen gegeben. Warum dann diese schlechte Wahl durch einen professionellen Schützen?


Der zweite Aspekt sind die Verletzungen der Opfer. Neben der Anzahl der Verletzungen sprechen auch die Art der Verletzungen gegen die Theorie, dass es nur einen Schützen aus einer Richtung gab. In der Zwischenzeit gehen auch alle mit der Materie Vertrauten davon aus, dass es mehrere Schützen gegeben haben muss.


Die im Film JFK – Tatort Dallas sehr ausführliche Darstellung der Schussbahnen und Verletzungen soll zwar nach neueren Erkenntnissen nicht ganz korrekt sein, beschreibt aber den eigentlichen Widerspruch treffend. Nach Erscheinen des Film gab es weitere Untersuchungen, die die Theorie des einen Attentäters mit einer Waffe im Grunde widerlegen, ohne Antworten darauf zu geben, wer die anderen Schützen waren.


Mehr dazu findet sich in der neuesten Literatur zum Attentat.



Aufgrund der Popularität, die John F. Kennedy in Deutschland genoss und in der älteren Generation heute noch genießt, hätte ich erwartet, dass dieser Film zum 60. Jahrestag seiner Ermordung in ARD oder ZDF gezeigt wird – ggf. im Anschluss mit einer kritischen Diskussion um die im Film aufgeworfenen Fragen.


Bei genauerer Beleuchtung diesen Gedankens ist mir dann aber schnell klar geworden, dass USA-kritische Diskussionen nicht in die politische Agenda passen. Warum also die ohnehin nicht wenigen Ressentiments gegenüber den USA in unserem Land weiter befeuern.


Präsidenten, die ermordet werden, haben es oft leicht, verklärt im Gedächtnis der Welt zu verweilen. Und so ist auch JFK bei genauerer Betrachtung nicht ohne Makel. Seine Krankheit und die damit einhergehenden physischen und psychischen Probleme, wohl auch seine Medikamentenabhängigkeit und seine vielen Affären mit anderen Frauen werden in der Erinnerung oft vergessen.


Aber so funktioniert Geschichte – selektive Erzählung und Erinnerung.


Eine dieser positiven Erinnerungen ist seine Rede auf dem Balkon des Rathauses in Berlin – Schöneberg inmitten des Kalten Krieges.



Quelle: Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland


Als sich John F. Kennedy bekannte zur Freiheit im Allgemeinen und zur Freiheit Westberlin im Besonderen bekannte.


Weltberühmt ist der Satz: „Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger Berlins, und deshalb bin ich als freier Mann stolz darauf, sagen zu können: Ich bin ein Berliner“.


Ein Gänsehautmoment in der Geschichte Berlins, Deutschlands und unserem Verhältnis zu den USA.



Und er war der Präsident, der den Wettlauf zum Mond offiziell eröffnete als er zuerst vor dem Kongress und später im ganzen Land öffentlich erklärte, dass die USA bis zum Ende der 60iger Jahre einen Mann auf den Mond schicken möchten.



Und er war der Präsident, der gegen den Eintritt der USA in den Vietnam-Krieg war, was ihn nach Einschätzung vieler Beobachter zur Zielscheibe seiner Attentäter machte.


Deshalb lasst uns kritisch bleiben, Fragen stellen und für unsere Demokratie kämpfen (friedlich).


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